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Warum
trägt der Papst immer rote Schuhe?
Papstsekretär
Gänswein beantwortet, was Kindern auf der Seele liegt: Woher
weiß Benedikt XVI., dass es Gott gibt?
VON CHRISTINE
SCHRÖPF,MZ
ROM/REGENSBURG.
Kinder
stellen die besten
Fragen. Das Angebot der MZ,
sich bei Papstsekretär Georg
Gänswein aus erster Hand über
Benedikt XVI.zu informieren, ist dafür der
beste Beweis. Ursprünglich hatte der Prälat
versprochen, die zehn schönsten Fragen zu beantworten
– schließlich hat der Papstvertraute im Vatikan
alle Hände voll zu tun. Doch als
die Buben und Mädchen weit über 150 klasse Fragen
stellten, stockte „Don
Giorgio “,wie er in Italien liebe
voll genannt wird, das Fragenkontingent auf 19 auf.
Nur die vorwitzige Frage,
was der Papst unter seinem weißen
Gewand trage, musste offen bleiben.
Thomas
Gruber aus der Klasse 4 a der
Domspatzen in Pielenhofen interessiert etwas ganz anderes, er
hätte da
zwei ganz unterschiedliche Gewissensfragen:
Was
macht der Papst, wenn er bei einem
Problem nicht weiter weiß?
Gänswein: „Bei
allen schwierigen Problemen
berät sich der Heilige Vater mit seinen engsten Mitarbeitern; alle Nöte und
Sorgen trägt er immer auch
im Gebet vor Gott und erbittet von
ihm Hilfe und Beistand. Nach gründlichem
Abwägen und Beten fällt
er dann die Entscheidung.“
Welchen
Notendurchschnitt hatte der
Papst am Ende der vierten Klasse?
Gänswein:
„Das weiß ich leider
nicht, bin aber überzeugt, dass es ein ausgezeichneter
war.“ _
Veronika
Schmidbauer ,acht Jahre, aus
Dietfurt (Lkr Neumarkt) hat gleich
drei sehr gute Fragen:
Hat
der Papst manchmal Heimweh?
Gänswein:
„Er denkt sicher oft an
seine schöne bayerische Heimat. In der Regel war er im Monat
August und nach
Weihnachten für ein paar
Tage in seinem Haus in Pentling.
Dass er nun nicht mehr regelmäßig die Heimat besuchen kann,
das fehlt ihm ganz
bestimmt.“
Liest
der Papst nur schlaue Bücher
oder auch einmal Romane?
Gänswein: „Die
Zeit ist so knapp bemessen,
dass der Heilige Vater nicht
dazu kommt, Romane zu lesen. Schlaue
Bücher ganz bestimmt.“
Wann
hat der Papst zum letzten Mal
geweint?
Gänswein: „Das
weiß ich nicht.“
Julia
Schmid aus der Klasse 2 a der Volksschule
Dietfurt, und die kleine Selina
Fischer aus Hausen (Lkr.Kel- heim)
sorgen sich offenbar, dass sich Benedikt
XVI. einsam fühlen könnte:
Warum
hat der Papst keine Frau?
Gänswein:
„Die katholischen Priester und so auch der Papst leben um des ,Himmelreiches willen
‘ ehelos; das
bedeutet, dass sie auf die Ehe und
eine eigene Familie freiwillig verzichten. Es ist
also ein Verzicht um eines höheren
Gutes willen. Das ist nichts Negatives,
ganz im Gegenteil, das geschieht aus Liebe zu Jesus.“
Matthias
Meier ,8 Jahre, aus Dietfurt hat eine Frage zur Papstwahl am 19.April 2005:
Hat
sich Joseph Ratzinger gefreut, als
er Papst wurde?
Gänswein: „Der
Heilige Vater hat selbst
einmal ausgedrückt, wie ihm
zumute war, als die Kardinäle ihn in der Sixtinischen Kapelle
zum Papst gewählt
haben; als er ,das Fallbeil auf sich
herabfallen sah ‘, sagte er, sei er
zutiefst erschrocken. Inzwischen hat
er sich mit dem Geschehenen versöhnt, weil
er darin den Willen Gottes erkannt hat.“
Andreas
Schönberger , 6 Jahre, aus
Kleinwinklarn (Lkr.Schwandorf) hat
eine modische Frage:
Warum
trägt der Papst rote Schuhe?
Gänswein: „Das
hat etwas mit der liturgischen
Praxis der Kirche zu tun, also
mit den verschiedenen Farben der
Messgewänder, die der Priester
bei der Heiligen Messe trägt. Bekanntlich
wechselt die Farbe je nach Anlass, und in früheren Zeiten
wechselte beim
Papst auch die Farbe der Schuhe: Wurde ein grünes Messgewand
getragen, waren auch die Schuhe grün,
beim roten Messgewand waren sie
eben rot. Schuhe und Messgewand
hatten dieselbe Farbe. Rot hat sich
aber im Laufe der Zeit bei den Schuhen durchgesetzt,
und so trägt der Papst
eben bis heute (dunkel)rote Schuhe.“
In
die gleiche Richtung geht eine Frage,
die die siebenjährige Eliana
Abele aus Barbing (Lkr.Regensburg),
Michael, Florian, Klaus und Stefan
aus der 5 b der Realschule Berching
(Lkr.Neumarkt)sowie Matthias Meier (8)aus Dietfurt
beschäftigt:
Warum
hat der Papst oft eine weiße Mütze auf?
Gänswein: „Die
weiße Mütze ist
ein Scheitelkäppchen und heißt auf lateinisch ,Pileolus
‘. Beim Papst ist es deshalb
weiß, weil er ein weißes Gewand trägt; das
Gewand wird „Talar “
genannt: Weißes Scheitelkäppchen zum weißen
Gewand. Dieses Käppchen gehört zur
gewöhnlichen Kleidung dazu, nur vor dem Allerheiligsten wird
es abgenommen. Scheitelkäppchen tragen übrigens auch
die Bischöfe;
dort sind sie allerdings violett, weil sie einen violetten Talar
tragen, und bei den Kardinälen purpur,
da diese ein Purpurgewand tragen.
Gewand und Scheitelkäppchen haben also dieselbe
Farbe.“
Fürsorglich
zeigen sich zu Beginn der
Sommerferien Julia Führbach ,3a
der Schule Alteglofsheim (Lkr.Re-
gensburg), sowie die komplette 2b der Volksschule Dietfurt
(Lkr.Neumarkt):
Hat
der Papst auch Ferien?
Gänswein: „Ja,
bis vor kurzem war er
für gut zwei Wochen in den herrlichen Alpen in Norditalien,
ganz in der
Nähe des höchsten Berges in Europa, des Mont Blanc.
Dort erholt er sich
von den Strapazen und Anstrengungen der vergangenen Monate. Allerdings
ist die Erholung etwas eingeschränkt, weil er Tag für
Tag über die wichtigsten
Vorgänge in der Kirche und
in der Welt unterrichtet wird, und
das bringt auch in den Ferien Arbeit mit sich.“
Ramona
Hendlmeier aus der Klasse 3
a in Alteglofsheim fragt:
Wie
viele Sprachen spricht der Papst?
Gänswein:
„Der Heilige Vater beherrscht mehrere Sprachen. Neben seiner deutschen
Muttersprache ist es italienisch,
das er täglich spricht, weil
italienisch die Dienstsprache des Vatikans ist. Bei
den vielen täglichen Begegnungen mit Kardinälen,
Bischöfen, Regierungs- und Staatschefs und
anderen Persönlichkeiten, die aus aller
Welt den Heiligen Vater besuchen,
muss er sehr oft englisch oder französisch
sprechen.“
Anja
Ebenhöch ,ebenfalls aus der
Klasse 3 a stellt die Grundsatzfrage:
Woher
weiß der Papst, dass es Gott
gibt?
Gänswein: „Weil
Gott sich selbst kundgetan,
offenbart hat. Durch seinen Sohn Jesus Christus, hat er zu uns gesprochen. Durch das
Gebet bleibt der
Heilige Vater, wie jeder Christ,
in ständigem Kontakt mit
Gott.“
Anjas
Schulkameradin, Christina Allkofer,
will wissen:
Warum
trägt der Papst einen Fischerring?
Gänswein: Der Fischerring
ist eigentlich ein Siegelring, mit dem einst
wichtige Dokumente, also wichtige
Unterlagen, besiegelt, das heißt
beglaubigt wurden. Letztlich geht der Fischerring aber auf eine
schöne Stelle im
Evangelium zurück, wo Jesus dem
Petrus und den anderen Jüngern
verheißt, dass sie „Menschenfischer “ werden sollen. Damit meint
Jesus, dass sie die
Menschen zu ihm führen sollen.
Der Ring soll ihn aber auch in seiner
Treue zu Jesus bestärken und
ihn an seine Verantwortung für die Kirche erinnern.
Dominic
Schmidt ,Klasse 4 a der Domspatzen
in Pielenhofen hat eine schwierige
Frage:
War
der Papst schon einmal von Gott
enttäuscht?
Gänswein:
Diese Frage ist nicht ganz
richtig gestellt. Ich kann enttäuscht sein über das
Verhalten von Menschen
oder über mich selbst, aber
nicht über Gott. Von Gott kann man nicht enttäuscht
sein, weil Gott sich nicht
in menschliche Kategorien fassen lässt. Ich kann sein Handeln
vielleicht im Augenblick nicht verstehen,
sehe nicht ein, welchen Sinn dies und jenes Geschehen haben
soll, so dass ich
rat-, ja manchmal auch fassungslos bin. Aber wer fest auf Gott
vertraut, dem werden nach und nach die
Augen für sein Handeln geöffnet.
Tino
Rudolf Spieß, auch er Viertklässler der Domspatzen,
macht sich Gedanken,
dass der Kontakt zwischen Benedikt XVI.und seinem in
Regensburg lebenden Bruder Georg
wegen des Papstamtes leidet.
Besucht
der Papst häufig seinen Bruder
Georg?
Gänswein: „Das
ist jetzt nicht mehr möglich,
wohl aber ist es umgekehrt, dass
sein Bruder ihn in Rom oder in seinem
Sommersitz in Castel Gandolfo öfters besucht.“
Tinos
Klassenkamerad Lukas Merkl hakt
nach:
Hat
der Papst Zeit, mit seinem Bruder Ostern und Weihnachten zu feiern?
Gänswein: „Der
Heilige Vater hat Ostern
und Weihnachten im Vatikan gefeiert,
sein Bruder in Regensburg. Nach
Weihnachten kam der Bruder dann
zu Besuch nach Rom.“
Domspatz
Philipp Stumpe ,ebenfalls Viertklässler, interessiert:
Freut
sich der Papst schon auf sei nen Besuch in Regensburg?
Gänswein:
Ja,sehr!
Domspatz
Josef Wendl plant offenkundig schon weitere Papstbesuche. Seine Frage:
Wann
kommt der Papst nach dem Herbstbesuch
im September das nächste
Mal nach Regensburg?
Gänswein: „An
Einladungen fehlt es
in der Tat nicht, die Verwirklichung ist schon schwieriger. Das wird wohl noch etwas dauern
...“
Ludwig-Maximilian
Wolf aus der 4 a in
Pielenhofen hat mit Benedikt XVI. offenbar etwas Persönliches
zu besprechen. Er will wissen, worüber
viele gern Bescheid wüssten:
Welche
Telefonnummer hat der Papst?
Prälat Gänswein
muss leider passen:„Wenn ich die verrate, klingelt das Telefon Tag und Nacht
und der Heilige
Vater hat überhaupt keine Ruhe mehr.“
(Fröhliche
Grüße der kleinen „Domspatzen “
in den Vatikan. Die Klasse 4 a der Schule in Pielenhofen
(Lkr.Regensburg) hatte an den Papstsekretär Georg
Gänswein gleich
Dutzende Fragen zu Benedikt XVI. Einige davon wurden
ausgewählt und beantwortet. Foto:
altrofoto.de)
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